Nachhaltiger Tourismus: Reiseziele in Skandinavien
Nachhaltigkeit ist ein Begriff, der in den skandinavischen Ländern schon seit uralten Zeiten in ein ungeschriebenes Gesetz eingebettet ist, nämlich das "Jedermannsrecht", das in Norwegen, Schweden, Finnland und Island den Umgang des Menschen mit der Natur regelt. Sich in der Natur frei zu bewegen, verantwortungsvoll, mit Respekt vor Flora und Fauna, wird zusammengefasst in einem Satz: Nicht stören, nicht zerstören!
In der heutigen Zeit gibt es darüber hinaus, in Schweden zum Beispiel, ein Qualitätsökosiegel , "Natures Bästa", das an Touristikunternehmen vergeben wird, die mit Natur, Kultur und Traditionen, also Land und Leuten, respektvoll umgehen. Bei einer Überprüfung von 155 Reisezielen, die die Zeitschrift "National Geographic Traveller" durchführte, wurde u.a. den norwegischen Fjorden ein sehr hoher Standard in Nachhaltigkeit bescheinigt. Dazu kommt, dass Norwegen seinen Energiebedarf zu 100& aus regenerativen Quellen deckt.
In den skandinavischen Ländern gewinnt der Ökotourismus immer mehr Raum, denn immer mehr Unternehmen bieten nachhaltige Aktivitäten an, zum Beispiel Ferien auf Biohöfen, in Ökohäusern, die weitgehend ohne Strom und Leitungswasser auskommen, des weiteren Naturlehrpfade, geführte Wanderungen, sei es zu Fuß, mit dem Boot, dem Rad, auf dem Pferd, auf Skiern oder Schneeschuhen, sowie Fahrten mit dem Hundeschlitten. Besonderen Schutz genießt die Natur in den zahlreichen Naturschutzgebieten, die nicht nur schützen sollen, sondern auch informieren wollen. Denn was man kennt, respektiert und schützt man. Hier sind allerdings die Nutzungsrechte des Jedermannsrechtes außer Kraft gesetzt.
Das Naturreservat Store Mosse, um nur eines zu nennen, ist ein riesiges Moorgebiet in Smaland (Schweden), das Besuchern,-selbstverständlich behindertengerecht-, eine Wanderung ermöglicht, und in dem angrenzenden Pavillion, interaktiv über die einzigartige Pflanzen-und Tierwelt, Geschichte, Nutzung, Besonderheiten usw., informiert. Wer nicht nur unberührte Natur, sondern auch quirliges Treiben genießen möchte, kann auch in Städten (mit inzwischen häufig autofreie Zentren), zu Nachhaltigkeit beitragen. Anreisen per Bus oder Bahn, Nutzung lokaler und regionaler Produkte, Respekt vor Bewohnern, Traditionen, Geschichte und Kultur.